Neurologie | Hund

Schlapp auf den Beinen

Foto: Tipold

Wenn Patientenbesitzer berichten, dass Ihr Vierbeiner nach zunehmender Belastung immer schwächer wird und sich kaum noch auf den Beinen halten kann, sind Sie gefragt! Die Liste der Differenzialdiagnosen ist lang. Welche Ursachen können dahinter stecken? Wir haben bei unserer Referentin Andrea Tipold  nachgefragt.

Prof. Dr. Andrea Tipold  ist Neurologin der Stiftung  Tierärztliche Hochschule Hannover. Auf dem Niedersächsischen Tierärztetag im Januar 2019 wird sie einen spannenden Vortrag zur „anstrengungsabhängiger Schwäche“ halten. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

  1. Welche neuromuskulären Erkrankungen sehen Sie am häufigsten in Ihrem Klinikalltag?

Recht häufig sehen wir generalisierte neuromuskuläre Erkrankungen wie  Polyneuropathien und Myasthenia gravis.

  1. Ist eine elektrodiagnostische Untersuchung neben der klinischen Untersuchung zwingend notwendig?

Nicht in allen Fällen. Es gibt Patienten mit idiopathischer Polyradikuloneuritis und unkompliziertem Verlauf, metabolischen Ursachen einer Schwäche, rassespezifische episodische „Kollapserkrankungen“, wo eine Elektrodiagnostik nicht unbedingt notwendig ist. Wir sehen jedoch immer schwierige Fälle und daher wird bei der Mehrzahl der Patienten an der TiHo gut abgeklärt, um eine zielgerichtete Therapie einleiten zu können.

  1. Gibt es möglicherweise auch genetische Hintergründe für dieses Erkrankungsbild?

Ja, es gibt eine angeborene Myasthenie, angeborene Polyneuropathien (Beispiel: Alaskan Malamute, Leonberger etc.) und rassespezifische episodische „Kollapserkrankungen“.

  1. An was sollten Tierärzte beim diagnostischen Vorgehen unbedingt denken?

Signalement, Anamnese und gute klinische Untersuchungen (allgemeine Untersuchung – kardiorespiratorische Erkrankungen, neurologische Untersuchung, innere Köpertemperatur nach Belastung), eventuell mit Blutuntersuchung vor und nach Belastung (Glukose, Elektrolyte, CK).  Thorax-RX – Megaösophagus, Tumor-Staging. Mit diesen Untersuchungen ist schon viel gewonnen. Gibt es noch keine Diagnose, helfen Spezialisten gerne weiter.

Wenn Sie mehr Details zu diesem spannenden Thema erfahren wollen, seien Sie am 24-26.1.2019 auf dem Niedersächsischen Tierärztetag in Hannover dabei! „Anstrengungsabhängige Schwäche – immer Myasthenia gravis?“  wird der Inhalt eines der spannenden Kleintiervorträge sein. Möchten Sie mehr zu den Kleintiervorträgen erfahren?

Zum Vortragsprogramm

Unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft – heute gelernt, morgen umgesetzt“ präsentieren hochkarätige Referenten spannende Themen aus der Kleintier-, Pferde-, und Nutztiermedizin sowie dem öffentlichen Veterinärwesen ‒ für Tierärzte und Tiermedizinische Fachangestellte.

(JS)